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System der Krankenkassen
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System der Krankenkassen in Deutschland

In vielen Ländern Europas gibt es ein System für den Bereich der Krankenversicherung. In Deutschland hingegen sind zwei Systeme vorzufinden, welche schon seit langer Zeit nebeneinander existieren. Allerdings bringt diese Systemparallelität auch einige Probleme mit sich, worauf der folgende Text näher eingehen wird. Nahezu 90 Prozent der Bürger in Deutschland sind in der gesetzlichen Krankenversicherung als die tragende Säule des deutschen Gesundheitssystems versichert. Die gesetzliche Krankenversicherung ist eines der fünf Teile des deutschen Sozialversicherungssystems und hat die Hauptaufgabe, die Gesundheit der Menschen zu bewahren, wiederherzustellen oder einen schlechten Gesundheitszustand zu verbessern. Dennoch ist der Versicherte natürlich für die eigene Gesundheit in großem Maße mitverantwortlich und hat dazu beizutragen, dass seine Gesundheit geschont oder auf bestmögliche Weise verbessert wird. Die gesetzliche Krankenkasse finanziert sich in Deutschland im Gegensatz zum System in vielen anderen Ländern ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und nicht zusätzlich aus Steuereinnahmen, wie es beispielsweise in der Schweiz üblich ist.
 

Gegenseitige Unterstützung der Krankenkassen

Zudem ist es so, dass sich die gesetzlichen Krankenversicherer untereinander unterstützen müssen. Hat eine Krankenkasse höhere Ausgaben als die anderen, erhält sie einen finanziellen Ausgleich. So soll gewährleistet werden, dass keine gesetzliche Krankenkasse in finanzielle Schwierigkeiten gerät und eine stabile Versorgung der Bevölkerung durch jede Krankenkasse gewährleistet werden kann. Die Beitragshöhe zur gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich einzig und alleine nach der Höhe des Einkommens des Versicherten. Der Beitragssatz beträgt zwischen 12 und 15 Prozent und wird anteilig zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer gezahlt. Natürlich können sich auch Selbstständige gesetzlich krankenversichern, allerdings müssen diese dann den vollen Beitrag alleine zahlen. Auch wenn das System der gesetzlichen Rundumversorgung der Bevölkerung durch die Krankenversicherung schon Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde und zu den stabilsten Sozialversicherungssystemen überhaupt zählt, werden die Kritikerstimmen in den letzten Jahren immer lauter, dass man da System überdenken müssen, weil die Kosten im Gesundheitssystem explodieren. Daran ist allerdings nicht das System der Krankenkassen an sich Schuld, sondern die sich verändernde Bevölkerungsstruktur. Inzwischen gibt es immer mehr ältere Menschen, die die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen (müssen), aber auf der anderen Seite auch immer weniger junge und arbeitsfähige Menschen, die in die Krankenversicherung einzahlen. Und selbst bei diesen vermehrt sich die Inanspruchnahme durch zumeist berufsbedingte Krankheiten wie Rückenleiden oder psychischen Problemen.

 

Kritik am Krankenkassensystem

Ein Kritikpunkt am Krankenkassensystem ist die erst vor einigen Jahren eingeführte Praxisgebühr. Der Patient muss seitdem 10 Euro im Quartal zahlen, wenn er einen Arzt in Anspruch nimmt. Dieser Betrag wird direkt an die Krankenkassen und damit an die gesetzliche Krankenversicherung weiter geleitet und hat auch schon dazu beigetragen, dass sich die finanzielle Situation dort verbessert hat. Allerdings befürchten einige Experten, dass dieses etwas kurzfristig gedacht ist, denn Statistiken beweisen ebenso, dass nicht wenige Versicherte deutlich weniger häufig zum Arzt gehen, obwohl dieses in vielen Fällen nötig wäre, weil sie nicht bereit sind, die 10 Euro zu zahlen. Aus diesen und anderen Gründen gehen immer mehr Krankenkassen dazu über, die Versicherten durch Bonusprogramme und sonstigen Anreizen dazu zu animieren, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun, um auch dieser Tendenz entgegen zu wirken. Neben den gesetzlichen Krankenversicherern gibt es in Deutschland parallel das System der privaten Krankenversicherung. In diesen sind ca. 10 Prozent der Bevölkerung versichert, aber dennoch geht es den privaten Krankenversicherern finanziell deutlich besser als den gesetzlichen Krankenkassen. Das liegt auch an der Tatsache, dass die privaten Krankenkassen ihre Tarife wesentlich flexibler gestalten können. Die Beitragshöhe errechnet sich beispielsweise nach dem Alter und dem Gesundheitszustand, sodass erhöhte Risikofaktoren des Versicherten in Form von höheren Beiträgen sofort berücksichtigt werden können, was bei der gesetzlichen Krankenversicherung nicht möglich ist. Zudem gibt es im Bereich der privaten Krankenversicherung auch keine Beitragsbemessungsgrenze, da der Beitrag einkommensunabhängig ist. Daher "entgeht" der privaten Krankenversicherung auch nicht der Teil des Beitrages, der eigentlich oberhalb dieser Bemessungsgrenze anfallen würde. Die Auslandskrankenversicherung deckt nur ein Teil der Erkrankungen im Ausland, z.B. beim Reisen und Speisen, ab.