Kritik am Krankenkassensystem
Ein Kritikpunkt am Krankenkassensystem ist die erst vor einigen
Jahren eingeführte Praxisgebühr. Der Patient muss seitdem 10 Euro
im Quartal zahlen, wenn er einen Arzt in Anspruch nimmt. Dieser
Betrag wird direkt an die Krankenkassen und damit an die
gesetzliche Krankenversicherung weiter geleitet und hat auch schon
dazu beigetragen, dass sich die finanzielle Situation dort
verbessert hat. Allerdings befürchten einige Experten, dass dieses
etwas kurzfristig gedacht ist, denn Statistiken beweisen ebenso,
dass nicht wenige Versicherte deutlich weniger häufig zum Arzt
gehen, obwohl dieses in vielen Fällen nötig wäre, weil sie nicht
bereit sind, die 10 Euro zu zahlen. Aus diesen und anderen Gründen
gehen immer mehr Krankenkassen dazu über, die Versicherten durch
Bonusprogramme und sonstigen Anreizen dazu zu animieren, aktiv
etwas für ihre Gesundheit zu tun, um auch dieser Tendenz entgegen
zu wirken. Neben den gesetzlichen Krankenversicherern gibt es in
Deutschland parallel das System der privaten Krankenversicherung.
In diesen sind ca. 10 Prozent der Bevölkerung versichert, aber
dennoch geht es den privaten Krankenversicherern finanziell
deutlich besser als den gesetzlichen Krankenkassen. Das liegt auch
an der Tatsache, dass die privaten Krankenkassen ihre Tarife
wesentlich flexibler gestalten können. Die Beitragshöhe errechnet
sich beispielsweise nach dem Alter und dem Gesundheitszustand,
sodass erhöhte Risikofaktoren des Versicherten in Form von höheren
Beiträgen sofort berücksichtigt werden können, was bei der
gesetzlichen Krankenversicherung nicht möglich ist. Zudem gibt es
im Bereich der privaten Krankenversicherung auch keine
Beitragsbemessungsgrenze, da der Beitrag einkommensunabhängig ist.
Daher "entgeht" der privaten Krankenversicherung auch nicht der
Teil des Beitrages, der eigentlich oberhalb dieser Bemessungsgrenze
anfallen würde. Die Auslandskrankenversicherung deckt nur ein Teil
der Erkrankungen im Ausland, z.B. beim Reisen
und Speisen, ab.